Rennradtouren durch Thailand erfreuen sich steigender Popularität

Brennende Hitze und je nach Region feuchtes Regenwaldklima oder trockenes, tropisches Savannenklima zwingen Sportmuffel nicht selten in die Knie. Doch trotz dieser extremen Klimagegebenheiten schrecken Aktivurlauber nicht davor zurück, die Schönheiten Thailands in einer Gruppe von Gleichgesinnten mit dem Rennrad zu erkunden. Wen wundert’s? Ein perfekt ausgebautes Straßennetz, Fahrradfahrern gegenüber tolerant eingestellte Verkehrsteilnehmer und traumhafte Streckenführungen sprechen dafür. 

Traumhafte Landschaften, ganzjährig warmes Wetter und ein sehr gut ausgebautes Straßennetz dienen als nachvollziehbare Motive dafür, dass trotz schweißtreibender tropischer Klimabedingungen, Rennradtouren durch Thailand bei sportbegeisterten und körperlich trainierten Urlaubern immer populärer werden. Abgerundet wird das besondere Erlebnis auf zwei Rädern mit auch für Sportler idealer Thai-Küche, kostengünstigen Unterkünften und einer Fahrradfahrern gegenüber freundlich gesinnten Lokalbevölkerung.

Für viele Urlauber und Residenten erscheinen Radrennsport und das tropische Thailand auf den ersten Blick betrachtet wie zwei verschiedene Paar Schuhe, die einfach nicht zusammenpassen wollen. Gleichbleibend hohe Temperaturen und das in vielen Gegenden vorherrschende Verkehrschaos scheinen dieses Klischee zu untermauern. „Das ist immer das erste Vorurteil, das ich höre“, lacht Kurt Schlaepfer, Rennradprofi und Marketingchef bei Siam Bike Tours. „Wenn man natürlich gerne kühle Temperaturen mag und schon im europäischen Winter schwitzt, dann ist Thailand sicher nicht die erste Wahl.

Der „Windchill-Faktor“ macht’s!

Die Tour zum Doi Inthanon ist ein besonderes Erlebnis. Gefahren wird mit Top-Rennrädern der Marke Giant.

Die Tour zum Doi Inthanon ist ein besonderes Erlebnis. Gefahren wird mit Top-Rennrädern der Marke Giant.

Man muss eben verstehen, dass der so genannte „Windchill-Faktor“, sprich die tatsächliche und gefühlte Temperatur in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit, auf dem Rad nicht unerheblich ist. Dieser natürliche Kühleffekt reduziert die Temperatur merklich“, erklärt Kurt und fügt hinzu: „Wenn beim Liegen am Strand der Schweiß aus den Poren drückt, fühlen wir uns auf dem Rad so richtig wohl!“ Und tatsächlich haben sich die meisten Tourenteilnehmer nach ein bis zwei Tagen akklimatisiert und empfinden die Temperatur auf dem Rennrad als durchweg angenehm, was auch Robert Tangelmann, 42 Jahre alt, beim Zeitpunkt der Recherche während der Bangkok-Phuket-Tour an einem heißen Apriltag freudestrahlend bestätigt.

Doch wie schaut es mit dem nicht selten chaotischen Verkehr in Thailand aus? „Im ganzen Land gibt es unzählige, gut asphaltierte Nebenstraßen, die praktisch verkehrsfrei sind. Gegenüber uns Radfahrern sind die Thais ungewöhnlich tolerant und hupen höchstens aus Begeisterung“, schwärmt Robert. Kurt verdeutlicht: „Die Tourenteilnehmer können sogar problemlos nebeneinander fahren und sich unterhalten. Auch haben wir noch nie einen Unfall gehabt. Die Verkehrsverhältnisse in Bangkok oder Pattaya können für unsere Touren natürlich nicht als Vergleich dienen. Ich möchte sogar entschieden behaupten, dass Radfahren in Europa wesentlich gefährlicher ist als in Thailand.“ Dieses mag Robert nur zu gern bestätigen: „Die Einheimischen halten immer großen Abstand beim Überholen. Doch vielleicht scheinen sie auch großen Respekt vor unseren leuchtenden Radtrikots zu haben? Als Radler bewegt man sich hier viel entspannter im Verkehr als in Deutschland. Die Thais verhalten sich uns gegenüber immer sehr freundlich und tolerant.“ Für ein hohes Maß an Sicherheit sorgt außerdem der Begleitbus, bei jeder Tour zuhinterst fahrend, der die Gruppe zusätzlich vom Verkehr abschirmt.

Wie reagiert die Lokalbevölkerung?

Luxuriöse Übernachtungsmöglichkeiten runden jede Tour ab. Natürlich kommen Kultur, Sehenswürdigkeiten, der Kontakt zur Bevölkerung, die köstliche Thai-Küche, Kameradschaft und viel Spaß und Relaxen an den Etappenorten nicht zu kurz.

Luxuriöse Übernachtungsmöglichkeiten runden jede Tour ab. Natürlich kommen Kultur, Sehenswürdigkeiten, der Kontakt zur Bevölkerung, die köstliche Thai-Küche, Kameradschaft und viel Spaß und Relaxen an den Etappenorten nicht zu kurz.

„Für die Thais sind wir absolute Exoten. Die meisten winken uns begeistert und vielleicht auch ein wenig bemitleidend zu. Denn die meisten können sich halt nicht so richtig vorstellen, wieso ein wohlhabender Farang sich auf ein Fahrrad setzt, wo doch ein Motorrad ohne Anstrengung von alleine fährt. Neugierig hingegen werden unsere Rennräder mit den hart gepumpten Pneus begutachtet. Wenn sie dann erfahren, dass man sich für ein solches Rad auch ein Motorrad leisten könnte, wird man sogar ausgelacht“, erzählt Kurt.

Auf die Frage, wie sich der typische Kundenstamm bei SBT zusammensetzt antwortet er: „Es sind Genussfahrer, welche Freude am Rennradsport haben und den kalten Winter in der Heimat abkürzen wollen. Die meisten Fahrer sind zwischen 40 und 60 Jahre alt. Wir dürfen auch viele Damen auf unseren Touren begrüßen. Viele benutzen die Touren auch als Basis für die anstehende Radsaison in Europa. Wir veranstalten jedoch keine Radrennen. Die Teilnehmer sollen schließlich etwas vom Land sehen und ihre Reise genießen können. Gelegenheitsfahrer hingegen sollten eine gute Grundkondition vorweisen. Für die Teilnahme empfiehlt es sich, im Vorfeld einige hundert Kilometer absolviert zu haben. Doch Radprofis gehören nicht zu unserer Zielgruppe.“

Fast alle Touren dauern zehn Tage oder mehr. Das Gepäck wird bequem im Minibusanhänger transportiert.

Fast alle Touren dauern zehn Tage oder mehr. Das Gepäck wird bequem im Minibusanhänger transportiert.

Die Geschwindigkeit und Anzahl der Pausen wird durch die Gruppe bestimmt. Bei Bedarf können die Etappen auch im Begleitbus beendet werden. Die erstklassige Betreuung erfolgt durch ein professionelles Care Team. Alle Radnebentätigkeiten werden von SBT erledigt. So braucht sich jeder Teilnehmer nur noch einzig und allein dem Fahrspaß hinzugeben. Weitere Infos gibt’s auf der deutschsprachigen Webseite www.siambiketours.com.

Unvergessliche Touren und Strecken

Siam Bike Tours hält abwechslungsreiche Tourenangebote bereit, die durch die verschiedenen Regionen Thailands führen. Die populärste Tour stellt die Küstenroute von Bangkok nach Phuket dar, die jeden Monat einmal angeboten wird. Für die erstmals stattfindende Triathlon-Tour konnte Radsportlegende Jürgen Zäck und somit ein absoluter Star der Szene verpflichtet werden. Bei der Bergtour in Chiang Mai wird der höchste Berg des Königreiches, der Doi Inthanon, bezwungen. Weiter stehen das Goldene Dreieck, Ostthailand und der Isaan im Programm. Beliebt ist ebenfalls die Chiang Mai-Bangkok-Strecke.

Kurt und Martin erfüllen Ihren Rennradtraum!

Siam Bike Tours Co. Ltd. (SBT) wurde 2006 von den beiden Schweizern Martin Brot (rechts) und Kurt Schlaepfer (links) gegründet. Der Firmensitz befindet sich am Kata Beach auf der Insel Phuket. „Wir waren die erste Firma in Thailand, welche Rennradreisen angeboten hat. Bei gemeinsamen Radtouren im Land des Lächelns entstand die Idee, unsere beiden Hobbies, Thailand und Rennradfahren, zu kombinieren. Als ehemalige Eliteradfahrer und langjährige Thailandkenner waren bereits ideale Voraussetzungen gegeben“, erklären die beiden Radprofis. Kurt, Jahrgang 1966, lebt zusammen mit seiner Gattin Ponthip in der Schweiz und reist für spezifische Touren nach Thailand. Er ist für das Marketing zuständig und spricht fließend Thai. Martin, Jahrgang 1958, lebt mit seiner Schweizer Frau Rosita seit 2003 im Königreich und agiert als Geschäftsführer bei SBT. Er ist bei jeder Tour auf dem Rad mit dabei und fährt immer noch erfolgreich Radrennen in Thailand, was ihm zu großer Bekanntheit verhalf. In einem sind sich Kurt und Martin sicher: „Wir haben unser Hobby zum Beruf gemacht: Rennradfahren und Thailand!“

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